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Open Call für „Three Contested Sites“

08. Dez. 2022

Gemeinsam mit dem Guangdong Times Museum und dem Times Art Center Berlin

Huang Yongping’s work on China Avant-garde, Haus der Kulturen der Welt (1993)

Das von Nikita Yingqian Cai und Mia Yu ko-kuratierte Langzeitprojekt „Three Contested Sites – The Worldly Fables of the Long 1990s“ wird erstmals von September bis Dezember 2022 im Times Art Center Berlin ausgestellt werden. Um den Forschungsbedarf hier zu decken, freuen wir uns, die Ausschreibung für jeweils einen Ausstellungshistoriker*innen aus Thailand, Berlin, London, Hongkong und dem chinesischen Festland zur Bildung einer Forschungsgruppe bekannt zu geben.

„Contested Sites and Worldly Fables“ (Umstrittene Orte und weltliche Fabeln) versucht, die langen 1990er Jahre im Blick auf die Wechselwirkungen zwischen Berlin und Beijing und zwischen Europa und Asien in der Zeit nach dem Kalten Krieg zu entschlüsseln. Zu den in den Blick genommenen Ausstellungen gehören: 1993: China Avantgarde! im Haus der Kulturen der Welt in Berlin, eine Ausstellung, die zusammen mit einer Reihe von „Offshore“-Ausstellungen, deren Fokus ausschließlich auf zeitgenössischer Kunst aus dem chinesischen Festland lag, das Wendejahr 1993 markierte; Die Hälfte des Himmels im Frauenmuseum Bonn 1998, als Gegenbeweis zu der Ausgrenzung chinesischer Künstlerinnen in der Ausstellung China! des Kunstmuseums Bonn 1996; Cities on the Move, die emblematischen Ausstellungen, die durch verschiedene Orte in Europa, den USA und Asien (Wien, Bordeaux, New York, Humlebæk, London, Bangkok) tourten und die beschleunigten Veränderungen und den urbanen Wandel in den asiatischen Weltstädten dokumentierten. Diese Ausstellungen waren nicht nur Schlüsselereignisse in der Geschichte der chinesischen Gegenwartskunst, sondern auch transnationale Orte des Kontakts, des Konflikts und der produktiven Auseinandersetzung, an denen sich die Kraftlinien von gesellschaftlichen Prozessen, Kunstprojekten, Kulturschaffenden und Institutionen überschnitten. Sie waren die Orte, an denen weltliche Fabeln über die Kanonisierung der chinesischen Gegenwartskunst, den globalen Aufstieg des asiatischen Kunstmarkts, die dualistische Fixierung auf Ost-West-Ideologien und die mit dem neuen Jahrtausend in Erscheinung tretenden Koordinaten von Gender, Ethnizität und städtischer Identität geschaffen wurden.

Mit einer Reihe eigens geführter Interviews, mit neu strukturierten Archiven sowie historischen und neuen Kunstwerken versucht „Contested Sites and Worldly Fables“, das komplexe kulturelle Netzwerk des Austauschs zu entwirren, das zu diesen Veranstaltungen geführt hat. Zum einen soll aufgezeigt werden, wie Ausstellungen über chinesische und asiatische Kunst auf die spezifischen Veränderungen westlicher Kunstinstitutionen nach dem Kalten Krieg und in Zeiten des globalen Wandels reagierten, zum anderen entschlüsselt werden, wie unterschiedliche nationalisierende und de-nationalisierende Rahmenbedingungen und Vorstellungswelten in kuratorische und künstlerische Praktiken einbezogen wurden. Zudem soll die Funktion von Wanderausstellungen als eine relationale Praxis der Weltgestaltung beleuchtet werden. Schließlich dürfte die Gesamtschau dieser Ausstellungen als Konstellation neue Perspektiven auf den Globalisierungsprozess der 1990er Jahre eröffnen und ihn in seiner pluralen, relativen und kontingenten Form zeigen.

Im September 2022 werden wir im Times Art Center Berlin einen archivarischen Rückblick auf die genannten drei Ausstellungen inszenieren, kontextualisiert durch aktuelle künstlerische Antworten und Reflexionen. Eine Vielzahl von Institutionen, darunter das Haus der Kulturen der Welt in Berlin, das Frauenmuseum in Bonn, das Asia Art Archive in Hongkong sowie etliche engagierte Einzelpersonen, werden unsere Partner und Gesprächspartner sein, und Denker und Forscher verschiedener Generationen werden eingeladen sein, die einflussreichen kulturellen Resonanzen der langen 1990er Jahre mit frischen Augen zu befragen. 


Erwartung an Forscher*innen:

  • Ein tiefes Verständnis für die Geschichte der zeitgenössischen Kunst in China und Asien und das Wissen um Methoden für weitere Forschung
  • Die Fähigkeit, lokale Forschungsressourcen zu erschließen und zu integrieren
  • Die Fähigkeit, strukturelle Verbindungen zwischen der Ausstellung, transnationalen Netzwerken und dem weiteren historischen Kontext herzustellen
  • Ein flexibler Teamgeist im Zusammenhang mit der Recherche, und die Bereitschaft, mit Teamkolleg*innen zu kommunizieren und Ressourcen zu teilen
  • Es gibt keine Einschränkungen hinsichtlich der Nationalität de Bewerber*innen, sie sollten aber in der Lage sein, sowohl chinesische als auch englische Materialien lesen und entsprechend akademische Aufsätze schreiben zu können.

Das Projekt „Three Contested Sites“ bietet:

  • Professionelle Anleitung und Fachworkshops durch das akademische Komitee des Guangdong Times Museum und führende internationale Forschungs- und Verlagsagenturen für Ausstellungsgeschichten;
  • 15000 RMB (etwa 2300 USD) für die gesamte Projektdauer, zahlbar in zwei Raten
  • Präsentation des Forschungsfortschritts auf den Plattformen des Times Museums und des Times Art Centers Berlin;
  • Veröffentlichung der Forschungsergebnisse und Zahlung einer zusätzlichen Beitragsgebühr;
  • Unterstützung bei der akademischen und Ressourcenentwicklung


Wichtige Termine:

Bewerbungsfrist: 15. Februar 2022
Interview: 20.-25. Februar 2022
Benachrichtigung: 28. Februar 2022
Projektperiode 6 Monate
Ausstellung: September 2022
Veröffentlichung: Nach Abstimmung und Projektentwicklung

Die Bewerbung muss Folgendes beinhalten:

  • Anschreiben (bitte begründen Sie Ihr Interesse an dieser Stelle und erläutern Sie, wie Sie auf der Grundlage Ihrer bisherigen Arbeit und/oder Ihrer Interessen einen Beitrag zu „Three Contested Sites“ leisten können und wie dies Ihrer eigenen Praxis und Entwicklung zugute kommen würde);
  • 1-2 Veröffentlichungen oder frühere Aufsätze
  • Lebenslauf
  • Bitte senden Sie Ihre Bewerbung an exhibition@timesmuseum.org

Zu den Aufgaben und der Verantwortung gehören (nicht ausschließlich):

  • Auf Teilzeitbasis zu ortsspezifischen Materialien und Objekten Zugang und vor Ort archivarische und forschungsbasierte Arbeit zu leisten;
  • Führen von Interviews mit relevanten Personen und Gruppen;
  • Führen der digitalen Korrespondenz und Teilen relevanter Materialien mit dem Projektteam;
  • Teilnahme an monatlichen Online-Sitzungen, um über den Forschungsfortschritt zu berichten;
  • Identifizierung relevanter Daten, Aufzeichnungen, Bücherlisten, Wissensbestände und Fachkenntnisse sowie zur Zusammenstellung der Literatur für die Ausstellung;
  • Teilnahme an den Veröffentlichungsaktivitäten der Forschungsergebnisse

Einreichung der Forschungsergebnisse:

  • 1 Interview im Zusammenhang mit der Forschung
  • 1 Forschungsbericht von mindestens 5000 Wörtern
  • 1 öffentliche Veranstaltung auf Plattformen des Times Museum oder Times Art Center Berlin (Vortrag, Workshop…)